Hannover, 23. Juni 2026
Insolvenz der Leine VHS in Laatzen
ver.di sieht dramatische Situation in der niedersächsischen Erwachsenenbildung und fordert einen Ad-hoc-Notfallfonds
Die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die endgültige Insolvenz der Leine Volkshochschule in Laatzen mit großer Bestürzung zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig übt ver.di scharfe Kritik am Rat der Stadt, der die Bildungseinrichtung nicht mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet hat. „Der Verlust von rund 30 Arbeitsplätzen und der Wegfall des Weiter- und Fortbildungsangebots bedeutet einen tiefen Einschnitt in die Bildungslandschaft der Stadt Laatzen“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Pascal Heisterüber. Die Angebote der VHS stehen, aus ver.di-Sicht, für soziale und kulturelle Integration, Daseinsvorsorge und Vielfalt in der Gesellschaft. Aus Sicht der Gewerkschaft hätte es im Fall der VHS Laatzen durchaus Finanzierungsmöglichkeiten für einen Weiterbetrieb der Bildungseinrichtung gegeben. Die Stadt hatte selbst angegeben, dass durch nicht mehr benötigte Haushaltsreste im Bereich Ganztagsbetreuung die notwendigen Mittel in Höhe von 540.000 Euro in Form einer überplanmäßigen Aufwendung bereitgestellt werden könnten. Der Stadtrat hat sich aber mehrheitlich dagegen entschieden. Alle Mitglieder der Gewerkschaft ver.di werden nun rechtlich beraten bei ihrer drohenden Kündigung im Rahmen des Insolvenzverfahrens.
Diese Insolvenz zeigt einmal mehr, auf welchen wackligen Füßen die Finanzierung der Erwachsenenbildung steht: Brechen wichtige Förderprogramme weg und können diese nicht durch kommunale oder Landesmittel aufgefangen werden, drohen eklatante Einnahmeverluste in den Einrichtungen. „Momentan sehen wir eine sehr prekäre Situation in der Erwachsenenbildung in Niedersachsen, bei den Volkshochschulen und auch in anderen geförderten Einrichtungen“, sagt Dr. Frank Ahrens, Branchenkoordinator Weiterbildung bei ver.di Niedersachsen, die Lage. Die Landesmittel stagnieren seit mehr als 25 Jahren, was zu einem faktischen Rückgang der Mittel um fast 40 Prozent führt. Die Kommunen leiden unter einem enormen Haushaltsdefizit, der Bund streicht Gelder zusammen. Das alles führt zu einem Systemversagen. Leidtragende sind die Kursteilnehmenden und die Beschäftigten. ver.di plädiert weiterhin für eine Verdopplung der Finanzhilfe für die Erwachsenenbildung in Niedersachsen, um eine auskömmliche Finanzierung aller Angebote und Einrichtungen in Niedersachsen sicher zu stellen.
Rückfragen: Frank Ahrens, 0175 2624309
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